Humor ist ein Alleskönner! Er macht komplizierte, unangenehme und schambesetzte Themen erträglich und kommunizierbar. Er überwindet Tabus, ist unerwartet und überraschend. Er erreicht gerade auch junge Zielgruppen besonders wirkungsvoll. Er zielt direkt in unser Herz und öffnet dadurch unseren Geist - auch für Schmerzhaftes. Er ist der leichteste Zugang zu dem, was uns am schwersten fällt. Die empirische Evaluationsforschung rät bei Präventionskampagnen daher davon ab, negative Emotionen wie Furcht oder Scham auszulösen, da Betroffene diese intuitiv zurückweisen und blockieren (Bumerang-Effekt). Wenn es um das Vermeiden oder Identifizieren riskanter Verhaltensweisen geht, sind positive Emotionen mit Humor-Appellen zielführender: Sie versetzen den Empfänger in eine positive Stimmungslage und erhöhen die Akzeptanz sowohl des Absenders als auch der vermittelten Botschaft. Aus genau diesen Gründen strapaziert auch das BIÖG seit Jahrzehnten mit ihren Aufklärungskampagnen unser Zwerchfell.
Wir alle sind täglich mit rund 3.000 Kampagnen- und Werbebotschaften konfrontiert. Um dieser Reizüberflutung Herr zu werden, reagiert unser Gehirn mit einem immer geringeren Maß an Aufmerksamkeit. Kampagnen-Adressaten befinden sich daher in 95 % der Fälle in einer sogenannten „Low-Involvement“- Situation, das heißt, sie nehmen vermittelte Kampagnenbotschaften kaum noch bewusst wahr. Um aufzufallen und überhaupt noch zum Adressaten durchzudringen, muss öffentliche Kommunikation daher im besonderen Maße emotional stimulieren. Indem „SPIEL SICHER“ auf Witz sowie einen Schuss Provokation setzt und mit Überraschungsmomenten punktet, ist die Kampagne bestens geeignet, aus der Flut sonstiger medialer Kommunikation herauszustechen und ihre Botschaft zu platzieren.
Hinter der niedrigschwelligen Erstansprache wartet mit der Homepage www.spiel-sicher.de ein umfassendes und wissenschaftlich fundiertes Informationsangebot rund um alle Fragen zum Spielerschutz in Spielhallen, Spielbanken und bei der Sportwette – das Herzstück der Spielerschutz-Kampagne! Hier findet die interessierte Öffentlichkeit Auskünfte, Ansprechpartner, Hilfsangebote – jedoch ausdrücklich keine Werbehinweise auf die Spielbankenstandorte!
Anstatt Glücksspiel einseitig zu verteufeln und dadurch die Spielgäste, die fast ausnahmslos unproblematisch ihrer Spielleidenschaft nachgehen, herabzuwürdigen, ist der Ansatz der Kampagne verhältnismäßig: Gewarnt wird nicht generell vor jedem Spiel, sondern gezielt vor den Risiken des übermäßigen Spiels. Sich einem Thema humorvoll zu nähern, heißt nicht, den Respekt zu verlieren: Wer versucht, das Freizeitverhalten der Menschen zu reglementieren und ihnen fremde Lebensentwürfe aufzuzwingen, erntet Widerstand statt Akzeptanz. Die Chance, Menschen mit Problemen zu erreichen, wäre verspielt. Stigmatisierung führt dazu, dass Menschen Hilfe nicht in Anspruch nehmen. Statt in Abschreckung liegt der Schlüssel zur Prävention in der Anregung zur Selbstreflexion und in der Förderung der individuellen Risikokompetenz.
Entscheidend für die Wirksamkeit von präventiven Botschaften ist nicht zuletzt die Identifikation der Adressaten mit den Protagonisten und der Ansprache. Die Gesichter der Spielerschutz-Kampagne der MERKUR GROUP sind so vielfältig wie unsere Spielgäste: Hier findet jeder seine Identifikationsfigur. „SPIEL SICHER“ wählt eine Sprache, die authentisch, lebensnah, echt ist – nicht schulmeisternd oder abgehoben.